… würdest du nehmen – ganz spontan, dem Augenblick entsprechend. Und dieser ist ja bekanntlich gefüllt mit dem, was du aus dem „Gestern“ mitbringst und was dich in Richtung „Morgen“ beschäftigen mag. >>
Sonja hatte zu unserer morgendlichen, schönen Runde wieder interessante Bilder mit Lebensthemen unterschiedlichster Art mitgebracht und – wie ihr auf dem Foto gut erkennen könnt – am Boden rund um unser Morgenlicht ausgelegt. Wir hatten zudem Besuch von Berenike und Miriam. Beide waren angenehm früh vor Ort, sodass wir noch vor unserem offiziellen Start um 7.15 Uhr ganz entspannt die Möglichkeit hatten, die vielen Themen in Ruhe auf uns wirken zu lassen.
So fiel es uns später relativ leicht(er), eines der Bilder herauszupicken und das eine oder andere Wort dazu in die Runde zu geben.
Ich selbst hatte von Beginn an mit „Scheitern“ geliebäugelt, dicht gefolgt von „Hilfe annehmen“. Beides sind Qualitäten, die in unserer Gesellschaft allgemein – und ja, auch bei mir selbst – eher nicht so gerne wahrgenommen werden. Dabei kann gerade ein entspanntes Verhältnis zum Thema Scheitern viel Positives hervorbringen. Scheitern kommt doch deutlich häufiger vor, als man vermutet, und es muss nicht zwangsläufig den großen Zusammenbruch bedeuten. Dieser ist wohl eher das Ergebnis zuvor nicht bewältigter, kleinerer Episoden des Scheiterns. Unter dem Motto „Kleinvieh macht auch Mist“ kann sich so manches anhäufen, was mit der Zeit zunehmend unverdaulich wird.
Entschieden habe ich mich schließlich für „Hilfe annehmen“ – beziehungsweise hätte ich das gern getan. Da sich jedoch auch Sonja für diesen interessanten Aspekt entschieden hatte, ließ ich ihr selbstverständlich den Vortritt. In Teilen konnte ich mich gut anschließen: Hilfe wirklich annehmen zu können ist keine Schwäche, sondern ein – leider auch hier – selten gewordener Praxisvollzug, der uns doch so gut tun kann. Und wer weiß, wann ich selbst einmal helfen kann. Hilfe geben und Hilfe annehmen müssen dringend wieder mehr ins Gleichgewicht kommen.
Im nächsten Semester treffen wir uns dann immer dienstags zur selben Zeit – das schon einmal als kleine Vorabankündigung.
Aber vielleicht bist du ja bei unserer letzten Andacht am kommenden Donnerstag noch einmal mit von der Partie?
Wir freuen uns auf deinen Besuch.
lgc