Die sehr schöne und gut besuchte Morgenandacht von gestern, Dienstag 28.April, wirkt bei mir noch nach – besonders auch unser kurzer Austausch über den Umgang mit den öffentlichen Grünflächen direkt vor unserer Haustür.
Ich möchte euch deshalb heute einen Einblick geben, womit ich mich aktuell intensiv beschäftige.
Der folgende Text ist eine unveränderte Zuschrift von mir an den LBV bzw. den Bürgermelder der Stadt Passau.>>
Vielleicht ist das für den einen oder anderen auch ein kleiner Impuls:
Es braucht oft gar nicht viel – ein wacher Blick, ein bisschen Aufmerksamkeit, vielleicht hier und da ein ganz praktischer Handgriff im eigenen Umfeld. Die Natur wird es uns IMMER danken und es schafft ein richtig gutes Gefühl, bedeutet es doch zutiefst sinnvolles Tun in einem Bereich, der uns alle angeht: Unsere Natur.
Hier mein Text an den Landesbund für Vogel- und Naturschutz:
Guten Morgen,
ich leite Ihnen einen weiteren – bewusst sehr deutlichen – Eintrag von mir im Bürgermelder der Stadt Passau zur Kenntnisnahme weiter.
Auch wenn das für Sie möglicherweise zugespitzt oder „überladen“ wirken mag: Worauf sollen wir denn noch warten?
Jetzt bestehen noch Handlungsspielräume – aber sie werden kleiner, wenn die Ursachen nicht konsequent angegangen werden.
Und dazu gehört aus meiner Sicht auch eine klare Rolle Ihres Verbandes:
Die reine Erfassung von Vogelbeständen greift zu kurz, wenn sich gleichzeitig die Lebensgrundlagen vor Ort sichtbar verschlechtern. Der Rückgang des morgendlichen Vogelgesangs ist für aufmerksame Menschen längst wahrnehmbar – ganz ohne Zählung.
Ich erwarte daher – und sage das bewusst deutlich –, dass Sie Ihre fachliche und gesellschaftliche Stellung nutzen und sich mit einer klaren, unmissverständlichen Stellungnahme an die Stadt Passau wenden.
Ich zähle auf Ihr Engagement.
Hier der Text meiner Eingabe in den Bürgermelder:
Guten Morgen Stadt Passau,
heute Morgen wird es mir besonders deutlich: Das morgendliche Konzert meiner „Namensvettern“ hat spürbar nachgelassen.
Ich schreibe Ihnen, weil ich dringend warnen möchte: Der von mir bereits benannte und inzwischen eingesetzte „Mähroboter“ von Stadtgärtnerei/Bauhof ist die Spitze einer seit Jahren brandgefährlichen Routine, größere Grünflächen in der Stadt regelrecht niederzuhalten.
Damit wird weiterer Lebensraum für Kleinstfauna zerstört. Zugleich hat die zunehmend aggressive Sonneneinstrahlung leichtes Spiel, diese schutzlos gewordenen Flächen auszudörren. Wer in Passau aufmerksam unterwegs ist, kann das an vielen Stellen feststellen – dazu muss man kein Experte sein.
Ich werde bewusst deutlich: Halten Sie inne mit dieser Praxis. Geben Sie der für uns alle lebensnotwendigen Natur wieder Raum. Setzen Sie diesen Mähroboter – wenn überhaupt – nur äußerst behutsam ein und lassen Sie Randzonen konsequent ungemäht.
Wenn wir so weitermachen, werden sich unsere Lebensqualitätsparameter spürbar und nachhaltig verschlechtern, das betrifft zuallererst die Luft, die wir täglich einatmen müssen.
Direkt vor dem Bürgerbüro an der Bushaltestelle Passavia gibt es bereits jetzt eine Fläche, auf der kaum noch etwas wächst – eine karge, nahezu tote Zone. Und das ist kein Einzelfall.
Ich schreibe Ihnen das auch als jemand, der diese Stadt liebt und hier gerne lebt. Gerade deshalb sehe ich es als notwendig an, auf diese Entwicklung hinzuweisen – insbesondere auch mit Blick auf unsere Kinder und Jugendlichen, die ihre Zukunft noch vor sich haben.
Was für ein Leben wird das sein, wenn wir Entwicklungen zulassen, die unsere Umwelt Schritt für Schritt entwerten?
Es ist Mittwochmorgen, kurz nach fünf Uhr. Vielleicht ist genau jetzt ein guter Moment, innezuhalten und sich unserer gemeinsamen Grundlagen zu erinnern: Unser Leben ist untrennbar mit der Natur verbunden.
Danke fürs Lesen.
Ich hoffe sehr, dass diese Zeilen jemanden erreichen, der die Dramatik dieser Entwicklung erkennt.
Lassen Sie uns gemeinsam handeln – für ein besseres Passau: JETZT.
Mit freundlichen Grüßen